Im Feministischen Café der AG Migration Bern haben wir mit Asmaa Dehbi darüber gesprochen, wie kulturelle Wurzeln aus dem Nahen Osten den Weg in die Bildungswissenschaft und das gesellschaftliche Engagement prägen.

Identität zwischen Herkunft, Bildung und Gesellschaft
Mit persönlichen Erfahrungen, wissenschaftlicher Perspektive und gesellschaftlichem Engagement sprach Asmaa Dehbi im Feministischen Café der AG Migration Bern über ihren Weg zwischen kulturellen Wurzeln, muslimischer Identität und akademischer Laufbahn in der Schweiz.
Die Erziehungswissenschaftlerin und Doktorandin an der Universität Freiburg zeigte auf, wie Erfahrungen mit Migration, Zugehörigkeit und gesellschaftlichen Erwartungen ihre Sicht auf Bildung, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe geprägt haben.

Wenn Kultur zur Stärke wird
Aufgewachsen mit familiären Werten aus dem Nahen Osten und gleichzeitig geprägt vom schweizerischen Bildungssystem, entwickelte Asmaa Dehbi früh ein Bewusstsein dafür, wie stark Herkunft, Sprache und Religion den Alltag vieler Menschen beeinflussen können.
Besonders die islamische Kultur und Werte wie Gemeinschaft, Verantwortung, Respekt und Bildung hätten ihren Weg in die Bildungswissenschaften mitgeprägt. Statt sich von Vorurteilen oder stereotypen Bildern einschränken zu lassen, verwandelte sie persönliche Erfahrungen in Motivation für Forschung, soziale Arbeit und gesellschaftliches Engagement.

Bildung als Brücke statt Grenze
Im Mittelpunkt ihres Vortrags standen Fragen rund um antimuslimischen Rassismus, gesellschaftliche Teilhabe und die Rolle von Medien bei der Entstehung von Vorurteilen.
Gemeinsam mit anderen jungen Muslim:innen engagierte sie sich in Projekten und Initiativen, die Räume für Dialog, Sichtbarkeit und gegenseitiges Verständnis schaffen sollen. Dabei betonte sie besonders die Bedeutung von Bildung als Werkzeug gegen Ausgrenzung und Polarisierung.

Austausch, Solidarität und gemeinsame Perspektiven
Der Abend entwickelte sich zu einem offenen Austausch voller persönlicher Geschichten und gemeinsamer Erfahrungen. Viele Teilnehmerinnen erkannten sich in den Themen Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Druck wieder.
Bei Tee und Kaffee wurden Gespräche vertieft und erste Ideen für gemeinsame Aktivitäten sowie die Beteiligung am feministischen Streik vom 14. Juni 2026 gesammelt.

Räume schaffen für Stimmen, die gehört werden müssen
Das Feministische Café der AG Migration Bern versteht sich als Plattform für Begegnung, Empowerment und gesellschaftlichen Dialog. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen zeigen solche Räume, wie wichtig gegenseitiges Zuhören, Vielfalt und Solidarität sind.


