
„Ein stolzer und selbstironischer Blick auf die bewegte Geschichte des MAXIM Theaters anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums!“

Am Sonntagabend öffnete sich im Maxim der Vorhang zu einer Frage, die den Kreis 4 seit Jahren wie ein gespanntes Seil durchzieht: Wem gehört die Stadt? Das gleichnamige Stück, eine bittere und zugleich unwiderstehlich unterhaltsame Satire, erzählt von einem der lebendigsten und widersprüchlichsten Quartiere Zürichs, in dem über hundert Gemeinschaften einander berühren, miteinander leben und sich gegenseitig verwandeln. Ein Quartier, das nicht nur ein Ort ist: Es ist eine geteilte Identität, eine kollektive Geschichte, ein soziales Labor, das seine Bewohner Tag für Tag geformt hat.
Das Stück wechselt zwischen Musik, pointierten Dialogen und scharfem Humor und richtet — elegant und unerbittlich — den Blick auf die Immobilienspekulation, die in den letzten Jahren das Gesicht des Kreis 4 verändert hat. Doch bevor der Blick in die Gegenwart fällt, vollzieht die Inszenierung einen notwendigen Schritt: Sie schaut zurück.

Auf der Bühne nimmt die Geschichte des Maxim Theaters Gestalt an wie in einem Erinnerungsalbum. Zwanzig Jahre an Inszenierungen werden heraufbeschworen — Arbeiten, die Klischees aufgebrochen, Räume der Freiheit geöffnet und Gemeinschaft geschaffen haben. Eine Reise, die nicht nur feiert, was war, sondern daran erinnert, warum das Maxim zu einem Bezugspunkt für jene geworden ist, die nach einer Kunst und einem Ausdrucksort suchen, der die Realität befragt.
Das Bühnenbild erinnert an ein Fernsehstudio. Im Zentrum empfängt die Moderatorin, gehüllt in eine funkelnde rote Jacke, ihre Gäste — Figuren, die die Geschichte des Theaters geprägt haben — und führt das Publikum durch eine Raum‑Zeit‑Reise, in der sich der revolutionäre Romantizismus der Vergangenheit mit dem Zynismus der Gegenwart reibt. Verkörpert wird dieser durch den Multimilliardär, selbstbewusst in seiner ganzen Erscheinung, der sich eine Zukunft des Kreis 4 ausmalt, geprägt von Renditen, polierten Visionen und unerschwinglichen Wohnungen für ein internationales Publikum, das er nur zu gut kennt.

Gestern lautete die Frage: Wem gehört diese Stadt? Heute ist sie brutaler geworden: Wer kann es sich überhaupt noch leisten, in Zürich zu leben? Was hat sich verändert? Was ist geblieben? Und vor allem: Wem gehört die Stadt heute?
Die Jubiläumsinszenierung bietet kein Trostpflaster. Sie ist scharf, bitter, notwendig. Im Fluss der Erinnerungen und in der Verteidigung dessen, was das Maxim aufgebaut hat, findet das Publikum die revolutionäre Poetik des Quartiers wieder: eine Kultur der Teilhabe, des Austauschs, der echten Gemeinschaft.
Die zweite Vorstellung findet am Mittwoch, den 30. September, um 20:00 Uhr statt.
WEM GEHÖRT DIE STADT? ist ein Stück, das zur rechten Zeit kommt. Denn es lädt dazu ein, mit Klarheit auf das zu blicken, was den Kreis 4 immer geprägt hat: die Spuren von zwanzig Jahren Arbeit des Maxim Theaters, seine Fähigkeit, Möglichkeiten zu schaffen, jenen eine Stimme zu geben, die oft keine haben, und die Komplexität unserer Zeit mit Authentizität und Poesie darzustellen.
Aufführungen:
- 27. September, 20:00 – Premiére
- 30. September, 20.00
Eintritt:
Regulär CHF 25.-
Ermässigt CHF 15.-
Gönner:innen CHF 35.-
Ticketreservationen: 043 317 16 27 oder www.maximtheater.ch
Ort: MAXIM Theater, Ernastrasse 20, 8004 Zürich
CREDITS: Performance: Gabi Mengel, Elaine Michaels,
Salla Ruppa, Susan Wohlgemuth, Manuel
Zuber
Künstlerische Leitung, Konzept, Regie, Texte:
Salla Ruppa
Œil extérieur, Text: Tine Milz
Musikalische Leitung: Susan Wohlgemuth
Licht: Yahya Hazrouka
Produktionsleitung: Claudia Flütsch
Assistenz: Shirin Kavin
Video Editing: Agostina di Luciano
Grafik: Nora Rüttimann





Foto: Alessandra Cesari

