Trotz des schlechten Wetters und starkem Schneefall fand das jüngste Treffen des feministischen Migrantinnen-Cafés in Bern statt. Doch weder Kälte noch Schnee konnten die Frauen davon abhalten, aus nahen und fernen Städten zu kommen – getragen von Neugier, Wissensdurst und dem Wunsch, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen. Die starke Präsenz zeigte einmal mehr, wie bedeutend sichere Räume für Frauen sind, um sich zu vernetzen und gegenseitig zu stärken.

Von der Jasminstadt Damaskus in die Schweiz – ein Neustart

Ehrengast des Abends war Sandy, eine junge Frau syrischer Herkunft, die in der historischen Jasminstadt Damaskus aufgewachsen ist. Sie kam in jungen Jahren mit ihrer Familie in die Schweiz – auf der Suche nach Stabilität und einem besseren Leben.

Sandy integrierte sich schnell in das Schweizer Schulsystem, schloss ihre Ausbildung erfolgreich ab und studierte weiter bis zum Universitätsabschluss – der Grundstein für ihren beruflichen Weg.

Leidenschaft für das Gesundheitswesen … und der Mut zur Selbstständigkeit

Nach ihrem Abschluss widmete sich Sandy dem Gesundheitssektor und arbeitete in verschiedenen Institutionen, wo sie wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten gewann.

Mit der Zeit reifte in ihr der Wunsch, eine eigene Organisation aufzubauen. Unterstützt von ihrer Familie und ihrem festen Glauben an ihre Fähigkeiten gründete sie Sana Spitex, einen ambulanten Pflegedienst, der Professionalität mit Menschlichkeit verbindet und den Respekt gegenüber jedem Individuum ins Zentrum stellt.

Trotz administrativer Hürden und der Herausforderung, ein starkes Team aufzubauen, verfolgte Sandy ihren Weg entschlossen weiter – bis ihr Unternehmen zu einem beeindruckenden Beispiel für ein mutiges und erfolgreiches Frauenprojekt wurde.

Zentrale Fragen … und offene, ehrliche Antworten

Die Teilnehmerinnen stellten während des Treffens eine Reihe praktischer Fragen, darunter:

  • Ist es möglich, im Gesundheits- oder Dienstleistungsbereich von zu Hause aus zu arbeiten?
  • Ist ein bestimmtes Sprachniveau zwingend notwendig, um in der Schweiz ins Berufsleben einzusteigen?
  • Wie überwindet man berufliche Integrationshürden?

Sandy beantwortete alle Fragen transparent und ermutigend. Sie erklärte, dass Homeoffice in diesem Bereich nur begrenzt möglich sei und dass Sprachkenntnisse zwar wichtig sind, aber niemals ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Sie betonte die Bedeutung von kontinuierlichem Lernen, dem Aufbau beruflicher Netzwerke und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Ein Abend voller Inspiration

Der Abend endete mit einer warmen, motivierenden Atmosphäre. Die Geschichte von Sandy wurde zu einem lebendigen Beispiel dafür, wie Migrantinnen Herausforderungen überwinden und ihren eigenen Weg gestalten können – trotz Wetter, Umständen und Hindernissen.

Erfolg entsteht nicht über Nacht …

sondern aus kleinen Schritten und großem Willen.

✍️ Verfasst von: Journalistin Zahra Alassadi

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