Eine ungewöhnliche UMGENÄHT Puppe

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UMGENÄHT – das Label für alle, denen die freie und emotionale Entwicklung der Kinder genauso am Herzen liegt, wie Nachhaltigkeit und Fairness bei der Herstellung von Produkten.

Jetzt hat auch Kosovo eine eigene Puppe, die UMGENÄHT Puppe welche von Dafine ins Leben gerufen wurde und in Kosovo aus recycelten Stoffen von Frauen genäht wird. 

Dafine ist eine junge Mutter die ursprünglich selber aus Kosovo stammt. Sie ist mit 7 Jahren in die Schweiz geflüchtet und konnte damals ihre eigene Puppe, welche ihre Tante liebevoll aus Stoffresten für sie genäht hat nicht mitnehmen. Ihre Puppe hat sie durch schwere Kindheitserlebnisse begleitet, leider wurde die Puppe im Krieg zusammen mit dem Haus in welchem sie gross geworden ist verbrannt. Dafine berichtet, dass sie arm waren aber sie eine wunderschöne und achtsame Kindheit hatte. Abgesehen von ihrer Puppe, waren ihre Spielsachen, das was ihr die Natur geschenkt hatte, die Bächer, die Wälder, die Wiesen und einfach alle Schätze die die Natur her gibt. 

Dafine musste früh erfahren wie es sich anfühlt auf Hilfe angewiesen zu sein. Mit zitternder Stimme berichtet sie wie ihr Vater als sie fünf Jahre alt war fliehen musste und sie zwei Wochen lang nicht wussten ob er noch lebt. Ihr Vater konnte in die Schweiz fliehen und hatte Asyl bekommen. Dafines Geschwister und Ihre Mutter wurden damals von den Brüdern und Schwestern ihres Vater finanziell stark unterstützt. Sie waren auf diese Hilfe angewiesen. Zwei Jahre später mussten auch sie fliehen, weil es auch für sie gefährlich wurde. Auch damals waren sie wieder auf Hilfe angewiesen. Die Schweiz gab ihnen ein sicheres Zuhause, das Zuhause welches ihnen in Kosovo genommen wurde. In der Schweiz angekommen vermisste sie ihre Puppe sehr fest, sie war für Dafine immer da, sie hat Dafine bedingungslos geliebt. 

Bald fing der Krieg im Kosovo an. Sie selber war zwar nicht im Krieg aber hatte ihn täglich miterlebt, die tägliche Angst um ihre Familie (Omi, Opi, Tanzen, Onkel, Cousinen und Cousins) ging nicht spurlos an ihr vorbei. Sie hat miterlebt was es heisst minimalistisch zu leben um so viel wie möglich zu sparen um die Familie welche im Krieg war und kein Einkommen mehr hatte zu unterstützen. 

Ihr ganzes Leben lang wurde sie immerwieder damit konfrontiert was es heisst Hilfe zu bekommen oder zu geben. So konnte sie nicht anders als selber auch immer Menschen aus ihrem zweiten Heimatland zu unterstützen. Sie hat immerwieder Spenden gesammelt oder selber gespendet. Bis sie merkte, dass es ein Fass ohne Boden ist. Sie wollte nachhaltig Spenden, so gründete sie ihr absolutes Herzensprojekt, das UMGENÄHT Projekt. 

Eine Puppe ist das wertvollste Geschenk für ein Kind, man schenkt ihm einen Freund*in fürs leben. Wenn ihr ein ganz spezielles Geschenk sucht, dann schaut bei ihr vorbei, es lohnt sich. 

www.umgenäht.ch

Es ist ihr ein grosses Anliegen, im Kosovo zu produzieren. Sie sucht gezielt Frauen aus, die kaum Chancen auf eine Arbeitsstelle haben oder in Firmen mit unzumutbaren Unternehmensphilosophien arbeiten. Jede der jungen Mütter, alleinstehenden Frauen oder Grossmütter hat ihre eigene Geschichte.

Sie ist sehr stolz darauf, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich und ihre Familien zu versorgen. Eine faire Entlöhnung reicht ihr dabei nicht aus. Es ist ihr wichtig, ein Stück des Wohlstands, den sie in der Schweiz erfahren dürfen, mit ihnen zu teilen. So erhalten sie bei ihr einen für lokale Verhältnisse überdurchschnittlichen Lohn.

Als sie sich die Frage stellte, welches Gesicht zu den Puppe passen könnte, erschien es ihr unmöglich, für alle Gefühle einen Ausdruck zu finden. Nun ist ihre Puppe glücklich, traurig, entzückt, mutig, lebensfroh, müde, hungrig, wütend, fordernd, lustig, lachend, zufrieden und noch so vieles mehr. Sie bildet ab, was das spielende Kind gerade fühlt. Ganz einfach, indem sie kein aufgenähtes Gesicht trägt. Die Puppe schenkt Kindern eine Stimme, wo es selbst vielleicht keine Worte findet. Mit ihrer bewusst minimalistischen Gestalt sorgt sie dafür, dass sie alles sein kann, was ein Kind in ihr sehen möchte. Ihre Puppe ist männlich, weiblich, beides oder nichts davon. Sie sagt, die Kinderfantasie kennt keine Stereotypen und setzt sich auch stark gegen homosexuellen Feindlichkeit ein. Sie sagt mit klarer Stimme, dass es wichtig ist das Thema von Anfang an mit den Kindern zu besprechen damit gar nicht erst diese Vorurteile entstehen können. Sie wünscht sich eine Welt in der jeder das sein darf was er will, lieben darf wen und wie er will. Ihre Puppe ist alles andere als perfekt, egal ob sie Mäschli oder Käppli, Kleid oder Hose trägt. Doch genau dafür wird sie von Klein und Gross geliebt: weil sie ist, wie sie ist. Irgendwie anders.

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Hava Kurti Krasniqi ist Albanerin aus dem Kosovo. Die Journalistin lebt in Zürich und arbeitet als Scriptwriterin und Buchautorin. Ihr neuestes Buch ist über Geschichten vom Fussball Feld. Sie ist auch als Kulturvermittlerin und Moderatorin beim Femmes Tische engagiert.

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