Feminismus und Aktivismus aus Lateinamerika zum Hören

Feminismus und Aktivismus aus Lateinamerika zum Hören

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In diesen Zeiten der Pandemie fand ich in Podcasts nicht nur einen grossen Verbündeten, um die soziale Isolation erträglich zu machen, sondern auch ein wirksames Mittel, um mit Feminismus und Aktivismus in meiner Region – Lateinamerika – in Verbindung zu treten.

Laut dem neuesten Bericht von Voxnest wuchs die Zahl der Zuhörer von Podcasts auf Spanisch im ersten Halbjahr 2020 um 94% und auf Portugiesisch um 103%. Schon seit letztem Jahr boomt das Format Podcast in Lateinamerika. Nach Angaben von Voxnest waren vier der fünf Länder mit dem weltweit höchsten Wachstum bei der Erstellung von Podcasts im Jahr 2019 aus Lateinamerika. Argentinien liegt an erster Stelle, gefolgt von Brasilien an zweiter, Kolumbien an vierter und Mexiko an fünfter Stelle.

Ohne Zweifel sind Podcasts eine grossartige Plattform geworden, um die Stimmen von seit langem zum Schweigen gebracht wordenen Frauen* zu verstärken und zu fördern. Als ich den Stimmen anderer lateinamerikanischer Frauen* und ihren Erfahrungen mit Widerstand und Kampf zuhörte, lernte ich den Afrofeminismus und den dekolonialen Feminismus kennen. Ich erfuhr dadurch von der schwierigen Situation der in Costa Rica im Exil lebenden nicaraguanischen Frauen*, dem Zwangssterilisationsplan unter der Regierung von Alberto Fujimori in Peru, und vielen anderen Problemen.

Im Folgenden findet ihr eine Auswahl von spanischsprachigen lateinamerikanischen Podcasts mit einer feministischen Perspektive, die ich während der Isolation entdeckt habe. 

  1. Las Raras

2016 haben die chilenische Journalistin Catalina May und der Toningenieur Martín Cruz Las Raras gegründet. In Folgen zwischen 20 und 30 Minuten erzählen sie, was ihre Schöpfer „Geschichten der Freiheit“ nennen. Sie berichten über Lateinamerikaner, die den Status Quo in Frage stellen und für den sozialen Wandel kämpfen. Dieser Podcast behandelt Themen wie Geschlecht, Mutterschaft, Migration, Menschenrechte und Umwelt. In seinen Folgen sind Geschichten über Mapuche-Aktivisten, den Wunsch, nicht Mutter zu werden, die humanitäre Krise an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, und vieles mehr zu finden.

  • El Deseo de Pandora

Die Argentinierinnen Leila Mesyngier und Julieta Greco befassen sich in jeder Folge aus feministischer Sicht mit einem anderen Thema, unter Beteiligung von Spezialistinnen. Afrofeminismus, patriarchalische Gerechtigkeit, und sexuelle Aufklärung sind einige der Themen, mit denen sie sich in ihren Episoden befassen. 

  • Furia Volcánica

Dieser Podcast bietet in seinen Folgen einen Raum für den Dialog zwischen verschiedenen Stimmen von Frauen* im Widerstand aus Mittelamerika und der Karibik. Sie teilen mit uns Überlegungen zur Geschichte der Frauenbewegungen in der zentralamerikanischen Region, zu den Erfahrungen nicaraguanischer Migrantinnen, Exilanten und Flüchtlinge in Costa Rica und vielem mehr.

  • Womansplaining

Womansplaning aus Kolumbien unter der Leitung der Schriftstellerin, Journalistin und Feministin Gloria Susana Esquivel befasst sich mit Geschlechterfragen in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und Kultur. Wie kann die Regulierung der Sexarbeit vielen Frauen* helfen? Gibt es feministische Denkweisen über Wissenschaft? Verewigt das Strafrecht ein System der Ungleichheit? Diese sind einige der Fragestellungen, die in den Episoden behandelt werden. 

  • Radio Ambulante

Radio Ambulante ist einer der meistgehörten Podcasts auf Spanisch. Unter der Regie des Schriftstellers und Journalisten Daniel Alarcón erzählen die Folgen lateinamerikanische Geschichten. In Mexiko ermordete Journalisten, ein während der Militärregierung gefolterter argentinischer Fotograf und soziale Mobilisierungen in Chile sind einige der Geschichten, die in diesem Podcast zu hören sind.

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