Wurzeln und Lebenswege

Soziale Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wird immer in der Gesellschaft thematisiert. Das Sich zurechtfinden der Migranten in hiesige Lebensstrukturen sind mit anspruchsvollen organisatorischen Arrangements verbunden. Einen einfachen Weg gibt es nicht, aber mit der Partizipation in Kultur, Sport, im Sozialen, in der Politik oder Vereinen ist es möglich. Diese Lebensbereiche sind interkulturell und auf das interkulturelle Verständnis gerichtet. Sie bauen auf die Kontaktfähigkeit der Menschen unter- und mit-einander. Somit sind interkulturelle Kompetenzen, die unentbehrlichen Instrumente für unser friedliches Miteinander. Ich wollte Menschen selbst darüber berichten lassen, wie sie ihren Lebensweg positiv einschlagen konnten, um hier in der Schweiz zu leben und Erfolg zu haben. Aus diesem Vorhaben ist eine Reihe von Interviews zum Thema «Wurzeln und Lebenswege» entstanden. Folgende Geschichte handelt von Arnold Giergiaj, dem Profiboxer, Europameister im Schwergewicht (2015) aus Pratteln im Kanton Baselland.

Arnold Giergiaj, dem Profiboxer, Europameister im Schwergewicht (2015) aus Pratteln im Kanton Baselland.

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Noch als Kind ist Arnold mit seinen Eltern in die Schweiz aus seiner Heimat Gjakova (Kosovo) immigriert. So befand er sich von einem Tag auf den anderen in einem völlig neuen Umfeld. Einige MigrantInnen – Biografien hören sich spannend an, andere versinken in der Normalität oder scheitern.

Arnolds Geschichte ist eine von Wenigen, die den Lebensherausforderungen trotzen und nach vorne schauen. In seinem Leben musste er viele Kämpfe nicht nur im Boxring durchstehen. Ehemals als Türsteher, später als Heizungsinstallateur, heute ein Profiboxer mit eigener Boxschule. Diese Lebens-Bilanz hat er nicht nur seinem Charakter und ungebrochenem Willen, sondern auch seiner Leidenschaft wie Boxen zu verdanken.

In einem richtigen Moment seines Lebens ergriff er seine Chance als Sportler. Durch Sport erschlossen sich ihm Wege in die hiesige Gesellschaft, beachtlichen Respekt und viele Fans. Arnold ist überzeugt, dass Gewalt keine Lösung für Integrationsprobleme ist. Viel wichtiger ist der Umgang mit den eigenen Fähigkeiten und eigener Kraft.

Arnolds Geschichte ist noch nicht fertig, aber sie zeigt beispielhaft, wie eine Integration erfolgreich sein kann. Integration muss nicht immer mit einem Europameistertitel enden, sondern lässt sich auch auf weniger spektakulären Wegen erreichen.

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Koisyn Schneider ist eine aktive, nimmermüde, vielseitig interessierte und sprachgewandte Person. Das Leben ist für sie ein Buch mit so vielen leeren Seiten, welche jeder Mensch mit seinen Geschichten vervollständigen könnte. Sie ist Erwachsenen Ausbilderin mit dem eidgenössischen Fachausweis, sie studierte an der Universität für Fremdsprachen in Kasachstan und bringt eine grosse Erfahrung in der kulturellen und politischen Arbeit als Leiterin von Pioniere- (Boyscouts) und Jugendfond-Organisationen in Kasachstan. Ehemals arbeitete Koisyn als Redaktionskorrektorin für eine lokale Zeitung in Kasachstan. Heute ist sie aktiv bei Lucify, sowie auch bei Diaspora-TV Schweiz. Im 2018 gründete Koisyn ihr eigenes Unternehmen KULTURFIT, mit dem Ziel den Menschen zu helfen sich kulturell fit zu halten. Von Interkulturalität zur Transkulturalität.

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