Leben im Nothilfekamp

Leben im Nothilfekamp
Ebrahim Karami, Politiker und Asylsuchende aus dem Iran Iran

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Viele Menschen müssen ihr Land aufgrund von politischen Problemen verlassen. Ihr Leben und ihre Familien sind in Gefahr. Sie müssen eine schwere Entscheidung treffen: Bleiben und getötet werden oder mit einem grossen Risiko fliehen. Viele fliehen und suchen nach einem sicheren Winkel auf der Welt, in dem sie ruhig und frei von Gefahr leben können. Sie haben meist eine sehr beschwerliche Reise zurückgelegt und haben grosse Hoffnungen, willkommen zu sein und etwas Glück zu erfahren.

Doch erfüllt sich diese Hoffnung?
„Nicht für alle. Ich hatte kein Glück in der Schweiz“, sagt Ebrahim Karami, ein 41-jähriger Flüchtling aus dem Iran. In seiner Heimat hat er als Automechaniker gearbeitet. „Ich habe gut gelebt, bis ich mich bei der Regierung engagiert habe“ erzählt er. Letztendlich verliess er seine Heimat aufgrund eines grossen politischen Problems. Zuerst floh er nach Griechenland und gelangte schliesslich nach sechs Jahren in die Schweiz. Nach drei weiteren Jahren hat er hier in der Schweiz einen negativen Bescheid bekommen. Bis heute lebt er in einem Nothilfecamp, wo er das Leben sehr schwer findet.

Er erzählt mir, ab April würde es noch schlimmer werden, wenn die neuen Regeln in den Camps umgesetzt würden. Asylsuchende werden in den Camps eingesperrt, müssen ihre ganze Zeit dort verbringen und täglich unterschreiben. Er erzählt, er sei sehr müde von dieser langen und harten Wartezeit und habe keine Wünsche mehr. Er erinnert sich nicht mehr an seine Wünsche. Er sagt aber, dass er gerne arbeiten und Steuern bezahlen würde. Trotz seines sehr schweren Lebens ist Ebrahim immernoch politisch engagiert. Er organisiert in der Schweiz zu verschiedenen Anlässen, Demonstrationen und Aktionen gegen die iranische Regierung. Momentan ist er, gemeinsam mit weiteren Helfern, an der Organisation eines Protestmarschs von Bern bis Genf beteiligt, der im März stattfinden soll.

Ich habe einige Stunden mit ihm gesprochen. Hier könnt ihr einen Ausschnitt davon hören.

 

 

 

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Mahtab stammt aus Iran und hat in Teheran persische Literatur studiert. Während ihres beruflichen Werdeganges hat sie als Sendeleiterin und Produzentin bei Radio Teheran und dem iranischen Nationalradio sowie als Reporterin und Autorin bei mehreren Zeitungen gearbeitet. Ausserdem war sie mehrere Jahre an der Kunst Akademie und Kulturerbe-Organisation in der Forschung tätig. 2015 hat sie ihr Land infolge der politischen Situation verlassen und ist mit ihrem Sohn in die Schweiz geflüchtet. Hier engagiert sie sich in verschiedenen Projekten. Zurzeit führt Mahtab einen Stadtrundgang bei StattLand, ist Moderatorin der Sendung vox mundi bei Radio Rabe und seit Juli 2019 Sendeleiterin der Sendung Torfehaye Javidan.

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