„Verschtehsch?“ 1001 Fall von Zarina

Schauspielerin, Sängerin und Übersetzerin: Zarina Tadjibaeva gewann unsere Herzen während der Lucify Stand-Up-Comedy im Verlauf der Aktionswoche gegen Rassismus in Bern. Diesmal sprachen wir mit ihr über ihr neues Theaterstück: "Verschtehsch? 1000 und 1 Fall einer Übersetzerin".

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Am 9.5.2019 zeigst du dein Theaterstück „Verschtehsch?“ Im ONO Bern. Worum geht es?

Verschtehsch? – 1000 und 1 Fall einer Übersetzerin“ ist eine Komödie, in der ich alle meine Erfahrungen als Dolmetscherin – ich arbeite seit 20 Jahren als Dolmetscherin für Russisch und Persisch – auf die Bühne gebracht habe. Ich habe viele verschiedene Situationen erlebt bei all den Ämtern und Institutionen. Es sind absurde und lustige Situationen, aber natürlich auch tragische Situationen.

Es heisst „Verschtehsch“, weil ich diesen Satz sehr oft höre. Die Leute wollen sicher sein, dass man sie versteht. Und „1000 und 1 Fall“, weil ich aus Tadschikistan komme, das gehörte mal zu Persien. Jeder kennt 1001 Nacht. Deswegen ist das die Verbindung: „1001 Fall eine Übersetzerin“.

Mit Hilfe dieser komischen Figuren und Situationen, was kann die Gesellschaft über sich selbst lernen?

Ich wollte einfach aus meiner Perspektive erzählen. Was ich erlebe, wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen. Was passiert, wenn man sich verstehen möchte. Dieses Stück soll zur Selbstreflektion anregen. Die Leute können sich von der Seite sehen. Vielleicht sich wiedererkennen oder sagen: „Ah, das habe ich nicht gewusst! Ich hatte es nicht berücksichtigt bei letzter Erfahrung!“ Das sollten die Leute quasi mitnehmen.

Ich habe es auch sehr oft erlebt. Danach, nach der Aufführung, kommen die Menschen zu mir und sagen: «Vielen Dank, ich habe es gar nicht so gewusst», – wenn es um kulturelle Unterschiede geht. Sie berücksichtigen das nicht bei der Frage oder bei der Begegnung. Das sollte eigentlich anregen.

Was ist das grösste Hindernis für das gegenseitige Verständnis, deiner Meinung nach?

Die Angst, Vorurteile, Stereotypen, die fehlende Bereitschaft aus sich selbst raus zu gehen und sich für den anderen zu interessieren. Das ist ein Hindernis. Wenn ich das schaffe, diese Brücke herzustellen, sich für den anderen zu interessieren, ihm zuzuhören, dann passiert die Kommunikation. Das ist, glaube ich, einfach die Lösung: miteinander Tee trinken, reden. Das Hilft! Egal, ob man mit Händen und Fussen redet. Wenn man sich für einander interessiert, dann kommt man auch naher.

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Anna has Russian roots and big interest in themes: identity, hybridity, music, and raising children in multicultural context. She graduated University of Bern (world literature, Cultural Studies) and Lomonosov Moscow State University (Philology). At the moment she works on her personal blog “Traveling Swiss Cat” ( www.facebook.com/travellingswisscat and https://www.instagram.com/travellingswisscat/ ) where she familiarizes parents of multicultural kids with meaningful events and places to be visited with children in Bern and surroundings. Anna is convinced that our children can teach us a lot. They are not born with stereotypes but they risk to acquire them later under external circumstances. Our task as parents is to help them grow as conscious and culture-aware humans.

1 Comment

  1. Zarina ist Tzarina 😀
    Sie ist eine Frau die, die Migrationstehmen mit Würde einreichert.

    Reply

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