#Female Pleasure: Eine unbedingte Filmempfehlung!

Der neueste Dokumentarfilm “Female Pleasure” der Schweizer Regisseurin Barbara Miller läuft seit dem 15. November 2018 in den Schweizer Kinos und behandelt eines der aktuell sensibelsten Themen der Menschheit: Die weibliche Lust.

#Female Pleasure: Eine unbedingte Filmempfehlung!

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Denise Bucher / NZZ beschreibt den Film als “einen der wichtigsten Dokumentarfilme unserer Zeit”. Der Film dokumentiert die Lawine des weiblichen Erwachens, die im Jahr 2017 mit der sogenannten “Me too” Bewegung begann.

Jede siebte Minute wird in Indien eine Frau vergewaltigt, in afrikanischen Ländern werden jährlich rund zwei Millionen Frauen beschnitten, in Japan ist das Abbilden einer Vagina bis heute verboten und die Schutzmauern der christlichen Kirche verheimlichen noch immer das Ausmass der alltäglichen Skandale von Vergewaltigungen und Pedophilie. Diese schmerzhaften Wahrheiten, die Frauen in aller Welt in stiller Übereinstimmung miteinander verbinden, geben dem Filmtitel eine sarkastische Note. Ich würde tatsächlich behaupten, dass der Filmtitel in gewisser Weise einen sarkastischen Unterton enthält. Überraschenderweise ist er aber gleichzeitig durch einen enthusiastischen und optimistischen Grundton geprägt, der teilweise auch im offiziellen Filmposter sichtbar ist.

Im Film geht es vor allem um den Geist des Aktivismus. Im Hinblick auf die eigentliche Schwere der Thematik gelingt es der Regisseurin erfolgreich, die positive Message der eigenen Selbstbestimmung zu transportieren, die besonders bei Frauen stark mit der Sexualität verknüpft ist.

Die Dokumentation beschreibt 5 Geschichten von 5 Frauen, die 5 unterschiedlichen kulturellen Millieus angehören. Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner and Vithika Yadav widmen sich voll und ganz mit beeindruckender Energie dieser Thematik, um die schmerzhafte Wahrheit über die weibliche Lust in einem anderen Licht zu präsentieren: Im Licht der aktiven Konfrontation und dem Kampf für sexuelle Selbstbestimmung. “Die Männer werden letztendlich akzeptieren müssen, dass wir keine Idioten sind. Wir wollen unsere Sexualität ebenso geniessen”, sagt eine der weiblichen Heldinnen des Films.

#Female Pleasure ist ein Film, der schildert, wie universell und alle kulturellen und religiösen Grenzen überschreitend die Mechanismen sind, die die Situation der Frau – egal in welcher Gesellschaftsform – bis heute bestimmen. Gleichzeitig zeigen uns die fünf Protagonistinnen, wie man mit Mut, Kraft und Lebensfreude jede Struktur verändern kann“. (Zitat vom Poster zum Film)

Allen 5 Protagonistinnen gelingt es, das Tabu des Schweigens und der Scham zu durchbrechen. Es gelingt ihnen, die Mauern ihrer gesellschaftlichen Umgebung und der patriarchialen Strukturen zu durchbrechen, in denen Gewalt gegenüber Frauen durch das Gesetz oder die religiösen Schriften gerechtfertigt werden.

The 5 protagonists of the film at Locarno Film Festival

Eine der stärksten Botschaften, die dieser Film enthält ist die des “outings”: Gehe hinaus und spreche deine Wahrheit aus. “Unsere Kraft liegt darin, an die Öffentlichkeit zu gehen” sagt Doris Wagner, eine der Protagonistinnen des Films und ehemaliges Mitglied eines katholischen Nonnen-Ordens, die systematisch von einem Priester vergewaltigt wurde. Ganz egal, wie schmerzhaft das Erlebnis war, wie sehr du dich dafür schämst und darunter leidest – du musst hinausgehen und deine Wahrheit teilen, so ihre Botschaft. “Je mehr dieser Geschichten geteilt werden, umso stärker werden wir. Die Wahrheit wird uns retten”.

Die grundlegende sozial- politische Botschaft, die durch alle 5 Geschichten hindurch transportiert wird, kann in einer einzigen Wahrheit zusammengefasst werden: Frauen müssen aufwachen und beginnen, für ihre Rechte einzustehen, einschliesslich ihrer sexuellen Rechte. Gemäss den Richtlinien der World Health Association sind sexuelle Rechte in jüngerer Zeit auch Teil der grundlegenden Menschenrechte.

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Maya kommt ursprünglich aus einer politisch und kulturell stark geprägten Region des Balkans: Mazedonien. Sie ist in den 90er-Jahren in der Hauptstadt Skopje in einer Nachkriegsatmosphäre aufgewachsen. Damals gab es weder eine Kunstszene noch Kunst-Vereine. In diesen schwierigen Zeiten hat sie erkannt, wie wichtig es ist, Zeichen zu setzen und dass es Menschen gibt, die kreativ denken und arbeiten wollen. So war sie seit ihrer Jugendzeit mit verschiedenen kleinen und grossen Engagements in der subkulturellen Szene von Skopje aktiv: Kanal 103 Radio, Locomotion Festival, Dream On Festival… Seit 2012 wohnt sie in der Schweiz und studiert Weltliteratur an der Universität Bern am "Center for Global Studies (CGS)". "Es ist meine Vision, eine aktive Gestalterin und Promoterin der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zu sein, die es in multikulturellen Milieus gibt. Insbesondere interessiert es mich, wie man die Rezeption der zeitgenössischen Kulturszene vertiefen und verbessern kann und Räume zu schaffen für multikulturellen Ausdruck, sowie für die Vermittlung zwischen Kultur und Politik."

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