Ermordung der brasilianischen Aktivistin mobilisiert Demos in der Schweiz

Ermordung der brasilianischen Aktivistin mobilisiert Demos in der Schweiz
Foto: solidaritéS Jeunes - Genève

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Demo in Zürich auf dem Gilberto Gil, Gal Costa und Nando Reis Konzert

Am 14. März 2018 wurde Marielle Franco, Stadträtin von Rio de Janeiro – Mitglied der PSOL Partei (Partei für Sozialismus und Freiheit), zusammen mit ihrem Fahrer Anderson Pedro Gomes durch mehrere Schüsse getötet. Ihr Kampf für die Menschenrechte ist anerkannt – vor allem für die Rechte der schwarzen Frauen und Favelas-Bewohner/innen. Marielle Franco klagte auch regelmässig die Polizeigewalt und aussergerichtliche Tötungen an.

Marielle Franco war eine schwarze Frau, Mutter und lesbisch. Sie wurde in Maré geboren, ein Gebiet von Favelas mit ungefähr 130.000 Einwohnern und im Jahr 2016 als Stadträtin von Rio de Janeiro gewählt. Sie war Soziologin mit Master in Staatsverwaltung und trat bereits als Elfjährige in die Arbeitswelt ein, um ihre Ausbildung zu bezahlen.

Zwei Wochen vor ihrer Ermordung wurde sie als Berichterstatterin einer Sonderkommission von der Stadt zum Monitoring von Militäreinsätzen und der Militarisierung der öffentlichen Sicherheit in Rio de Janeiro betraut. Ihre letzte Anklage war die Bedrohung durch die Militärpolozei in Acari, Rio de Janeiro, ein von Polizeigewalt betroffenes Gebiet.

Wie schon durch die internationalen Medien weitgehend verbreitet, wurde Rio de Janeiro Stadt seit Februar vom Bund im öffentlichen Sicherheitsbereich angegriffen. Somit wird eine Reihe missbräuchlicher Nutzung von Gewalt gegen die Favelas-Bewohner/innen angewandt und die schwarzen Jungen und Frauen sind die Opfer.

Der von Amnesty International publizierte jährliche Bericht „The State of the World’s Human Rights“ zeigt erschreckende Zahlen. Die fehlenden Ermittlungen in Fällen von Polizeigewalt und der Rechenschaftspflicht von den Polizisten, die das Verbrechen begingen, haben häufig Ermordungen in einem gewaltigen Zyklus zwischen Zivilisten/innen und Polizisten/innen zur Folge.

Mit der Verabschiedung des Gesetzes PLC 44/2016 im Oktober 2017, das vom Militär gegen Zivil begangenen Richterspruch der vorsätzlichen Morde an Militärjustiz übertragen wurde, wird das brasilianische Gesetzes zur Zeit der Militärdiktatur zurückgedreht. Obwohl Rio de Janeiro der Mittelpunkt der Debatte zur Verabschiedung dieses Gesetz war, beobachten wir ohne Resultate den Einsatz der Streitkräfte zur Verringerung der Gewalt. Der Gebrauch von Streitkräften wird die Gewaltrate nicht verringern, sondern das Gegenteil bewirken.

Im Jahr 2016 fanden die meisten Morde an Menschenrechtsaktivisten weltweit in Brasilien statt. Nach Angaben der Comissão Pastoral da Terra (CPT) wurden alleine in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 62 Aktivisten im Land getötet.

Weltweit protestierten tausende Personen gegen die Militärgewalt in Brasilien. In der Schweiz mobilisierten Gruppen Demos und Protestbriefe. In Zürich mobilisierte sich eine Gruppe während eines Konzertes von Gilberto Gil, Gal Costa und Nando Reis. Die Musiker widmeten das Konzert Marielle Franco und allen umgebrachten Aktivisten. Am Völkerbundpalast in Genf protestierte am 23. März eine grosse Gruppe.

Für Gecy Marty, eine afrobrasilianische Frau und Aktivistin, bedeutet die Ermordung von Marielle Franco die Unterdrückung durch die aktuelle Regierung in Brasilien. Jedoch glaubt sie an die Kraft der populären Mobilisierung. „Die Regierungsgewalt wird uns nicht totschweigen“.

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Fabiana ist Sozialunternehmerin und Kommunikatorin. In Brasilien hat sie junge Menschen zur politischen Partizipation animiert und darüber geforscht und geschrieben. Später in der Schweiz hat sie sich für Menschenrechte in Südamerika und Afrika engagiert, ein Handbuch über das Leben in der Schweiz für Portugiesisch sprechende Ausländer (ISBN 978-85-67902-01-2) herausgegeben und das Taoca-Kollektiv mitgegründet. Sie ist auch als Vorstandsmitglied bei Radio Lora und als Radioproduzentin bei PAUSA CAFFE tätig.

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